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Bildungsfahrt

Bildungsfahrt 2018

Vom 07. bis zum 09. September fand die Bildungsfahrt des Landesverbandes statt. 40 Kolleginnen und Kollegen nahmen daran teil und informierten sich ausführlich über das Südtiroler Bibliothekswesen.

Der Ausflug begann mit einem Spaziergang durch Brixen, auf dem Dr. Hans Heiss, ehemaliger Stadtarchivar und Abgeordneter zum Südtiroler Landtag, uns Interessantes über die Geschichte und die Menschen der Stadt erzählen konnte.

Bruneck und Terenten

Danach besichtigten wir die  Stadtbibliothek Bruneck, die seit 2013 in einem modernen Gebäude auch eine Außenstelle der Universität Bozen beherbergt und als sogenannte Mittelpunktbibliothek zentral Aufgaben für kleinere Bibliotheken im gesamten Bezirk übernimmt. Dort trafen wir neben der Leiterin Dr. Sonja Hartner  auch Marion Gamper, die Direktorin des Amts für Bibliotheken und Lesen, die uns Wissenswertes rund um die politische Situation in Südtirol, das Südtiroler Bibliothekswesen und die Rolle des Amts für Bibliotheken und Lesen erzählte. Der Abschluss des ersten Tages  fand danach in der Öffentliche Bibliothek Terenten statt. Die kleine Gemeinde auf einem Hochplateau über dem Pustertal mit knapp 1750 Einwohnern eröffnete 2017 eine hauptamtlich geführte Bibliothek, die aber vor allem auch von den vielen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im Hintergrund profitiert. Eine davon, Waltraud Pichler, führte uns durch die Räume, die ideal neben dem Schulzentrum und Kindergarten gelegen sind und  vom Architekten (und Sohn des Schriftstellers Joseph Zoderers) Peter Zoderer geplant wurden. Sie bieten neben den 4500 Medien vor allem viel Platz, drinnen und draußen, zum Lesen, Bewegen, Verweilen und Veranstalten.

Lana und St. Martin in Passeier

Am Samstag standen die Öffentlichen Bibliotheken in Lana und St. Martin auf dem Programm. Auch in Lana wird ein sechsköpfiges hauptamtliches Team unter der Leitung von Walburga Gufler von vielen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen unterstützt. In dem wunderschönen ellipsenförmigen Bau aus Stahl, Holz und Glas sind seit  2005 unter dem Namen Kultur.Lana Lesen, Kultur und Bildung unter einem Dach vereint. Neben der Bibliothek mit ca. 25.000 Medien befindet sich in dem Haus auch die Volkshochschule, ein Literaturverein, der Bildungsausschuss und der Bezirksservice Weiterbildung Burggrafenamt. Synergien und Kooperationen ergeben sich da ganz von alleine. Den Abschluss der Bibliothekentour bildete die Öffentliche Bibliothek St. Martin in Passeier, die 2017 neu eröffnet wurde. Unter dem Titel lese.werk.statt sind die Bibliothek und eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung in einem preisgekrönten, lichtdurchfluteten Gebäude, das man heuer auch auf der Biennale in Venedig bewundern kann, untergebracht. Der hauptamtliche Leiter Gottfried Zagler bietet in der 3250 Einwohner zählenden Gemeinde alles, was das LeserInnenherz begehrt, in einer modern ausgestatteten Bibliothek mit hoher Wohlfühlqualität.  Das ist es auch, was viele  von den Besichtigungen mitgenommen haben: bei den Bibliotheken wird viel Wert auf die Einrichtung und Ausstattung gelegt. Architektur spielt eine große Rolle. Dass der Medienbestand alleine nicht mehr genügt, um eine erfolgreiche Bibliothek zu führen, sondern die Aufenthaltsqualität und die Veranstaltungen und Zusatzservices entscheidend sind, wurde in Südtirol schon lange erkannt. Ein landesweit gültiger Benutzerausweis, ein flächendeckendes Fernleihenetz und der Austausch von Medienpaketen zwischen den umliegenden Bibliotheken einer Region sind Ausdruck dieser Einstellung.

Wie Ötzi ins Buch kam

Am Samstagnachmittag stand noch der Besuch des Südtiroler Archäologiemuseums in Bozen auf dem Programm. Nach einer Führung durch die Ausstellung erzählte uns die Südtiroler Autorin Gudrun Sulzenbacher, wie ihr bekanntes Kindersachbuch „Die Gletschermumie“ (Folio-Verlag) entstanden ist.

Einen wunderschönen Abschluss fand die Bildungsfahrt am Sonntagvormittag im Stiftsmuseum Innichen, wo neben dem Domschatz auch zahlreiche wertvolle Inkunabeln bewundert werden konnten. Dass der Linzer Bischof Franz Joseph Rudigier, der den Neuen Linzer Dom errichten ließ, aus Innichen stammte, war ein interessantes Detail am Rande. Ein wirklich dichtes und zeitlich sehr ambitioniertes Programm fand so ein entspanntes Ende.